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Vodafone soll Netzausbau von 1&1 behindert haben

Das Bundeskartellamt hat festgestellt, dass Vodafone und seine Tochter Vantage Towers dem Kunden 1&1 zu wenige Antennenstandorte zur Verfügung gestellt haben.
© (Quelle: Shutterstock / TPROduction)

Das Bundeskartellamt hat der Vodafone Group, der Vodafone GmbH und der Vantage Towers AG seine vorläufige rechtliche Einschätzung wegen der mangelnden Bereitstellung von Antennenstandorten für 1&1 übersandt. Dazu hatte sich die Vodafone-Tochter, die in Deutschland etwa 20.000 Antennenstandorte betreibt, im Jahr 2021 vertraglich verpflichtet, in der Realität kam es zu erheblichen Verzögerungen.

Vantage Towers hatte Ende 2021 mit 1&1 eine vertragliche Vereinbarung über die Mitnutzung einer vierstelligen Zahl an Antennenstandorten geschlossen, die in mehreren Chargen bis insgesamt Ende 2025 realisiert werden sollte. Die Termine für die vereinbarten Bereitstellungsziele wurden dann nochmal vertraglich um ein Jahr nach hinten verschoben.

Die Bereitstellung der zugesagten Standorte verzögere sich laut dem Kartellamt allerdings seit dem Vertragsschluss massiv. Aktuell sei weiterhin nur ein Bruchteil der vertraglich vereinbarten Standorte für 1&1 nutzbar. Vodafone selbst baue andererseits das eigene Netz stark aus und rüstete in weiten Teilen – auch an den für 1&1 vorgesehenen Standorten – auf 5G um.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes erklärt das Vorgehen: „Nach den bislang gewonnenen Erkenntnissen ist die verzögerte Bereitstellung der vertraglich vereinbarten Standorte als kartellrechtswidrige Behinderung von 1&1 bei seinem Markteintritt als vierter Netzbetreiber zu werten. Diese Verzögerung und ihre negativen Auswirkungen auf den Wettbewerb auf den betreffenden Märkten hätten nach unserem derzeitigen Kenntnisstand vermieden werden können und aufgrund des kartellrechtlichen Missbrauchsverbots auch vermieden werden müssen. Wir ziehen vorläufig in Betracht, die Bereitstellung der noch ausstehenden Standorte mit unseren kartellbehördlichen Mitteln durchzusetzen.“

Vodafone und Vantage Towers haben jetzt Gele­genheit, zu dieser Mahnung Stellung zu nehmen. Eine abschließende Entscheidung über den Vorwurf soll voraussichtlich Mitte des Jahres ergehen.

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