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Expert steht unter Druck

Expert musste im Geschäftsjahr 2024/25 einen Umsatzrückgang hinnehmen, wofür der Vorstand vor allem das schwache Online-Geschäft verantwortlich macht.

Der Expert-Vorstand (von links): Stefan Müller, Daniela Schreckling, Holger Pöppe und Christoph Komor

© (Quelle: Expert)

Es sind schwierige Zeiten für Expert: Im Geschäftsjahr 2024/2025, das am 31. März 2025 endete, erzielte die Gruppe einen Innenumsatz zu Industrieabgabepreisen ohne Mehrwertsteuer in Höhe von 2,15 Milliarden Euro. Das waren 2,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch gingen die Zahl der Fachmärkte von 287 auf 285 und die Verkaufsfläche von 455.000 auf 449.000 Quadratmeter zurück.

Neben der allgemeinen Kaufzurückhaltung der Verbraucher war laut Stefan Müller, Vorstandsvorsitzender der Expert SE, vor allem das im Vergleich zur Konkurrenz schwache Online-Geschäft, das hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei, ein Problem. So gingen die Online-Umsätze um 2,3 Prozent zurück, während der Gesamtmarkt um 3,5 Prozent wuchs. Die stationären Umsätze von Expert waren um 1,9 Prozent rückläufig – besonders stark in den Segmenten Family Entertainment, IT und Elektrogroßgeräte. „Zwar mussten wir im Vergleich zum Vorjahr einen Umsatzrückgang verzeichnen, doch wir haben die Situation aktiv angenommen und mit Nachdruck an der Weiterentwicklung unserer Strukturen gearbeitet,“ sagt Stefan Müller.

Es gibt auch gute Zahlen: Für das Geschäftsjahr 2024/25 kann die Verbundgruppe ihren Gesellschaften eine Bonusausschüttung von 235,5 Millionen Euro zahlen, was einem Anteil von 13,8 Prozent des jahresbonuspflichtigen Umsatzes entspricht. Zudem steigerte Expert seine Eigenkapitalquote weiter auf nunmehr 29,4 Prozent.

Vor diesem Hintergrund soll der Claim „Wir machen Kunden zu Fans“ verstärkt ins Zentrum des unternehmerischen Handelns gestellt werden. Ein fester Bestandteil sind die Schulungsoffensiven für die Bereiche PC und Telekommunikation, Unterhaltungselektronik sowie für Weiße Ware und E-Mobility. Weitere Warengruppen befinden sich in Planung. Das Ziel sei es, durch wertvolles Hintergrundwissen sowie nützliche Tools die Kunden noch umfassender beraten zu können. Ein weiteres Instrument zur Kundenbindung ist die App mit mehr als 100.000 regelmäßigen Kunden, an die allerdings noch immer rund 30 Prozent der Standorte nicht angebunden sind.

Schwerpunkt Bestandsmanagement

Im neu strukturierten Außendienst liegt der aktuelle Schwerpunkt auf dem Thema Bestandsmanagement, das im Rahmen einer Masterclass bereits an mehreren Standorten auf große Resonanz gestoßen ist. „Die in den vergangenen Monaten entwickelten IT- und Marketing-Tools unterstützen unsere Händler gezielt beim wichtigen Thema Bestandsmanagement. Sie tragen zur Optimierung der Sortimentsstruktur bei und verbessern so nachhaltig die Liquidität. Im Fokus stand für uns die Schaffung von Transparenz sowie die Entwicklung möglichst einfacher, hochautomatisierter Prozesse. Ein besonderes Highlight ist dabei die neue Aussteller-App: Mit ihr lassen sich Restposten, Retouren und Ausstellungsstücke direkt über das Verkäufer-Tablet erfassen und online anbieten,“ sagt Christoph Komor, Einzelhandelsvorstand der Expert SE.

Die Verbundgruppe verfolgt das Ziel, innerhalb von fünf Jahren in allen Warenbereichen mit einem durchschnittlichen Marktanteil von sechs Prozent gleich stark vertreten zu sein. Im Bereich TV und Waschmaschinen hat das Unternehmen bereits heute zweistellige Marktanteile. Auch soll das Sortiment der Eigenmarke Kendo ausgeweitet werden.

Im laufenden Geschäftsjahr 2025/2026 will Expert seinen Umsatz wieder um 1,9 Prozent steigern. Hoffnung für den IT-Bereich macht das Support-Ende von Microsoft Windows 10 im Herbst und der TV-Bereich soll im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 wieder wachsen.

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