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JD.com verhandelt über Kauf von Ceconomy

Der chinesische E-Commerce-RieseJD.comführt laut Ceconomy fortgeschrittene Gespräche über eine mögliche Übernahme. Damit wird ein seit Monaten kursierendes Gerücht erstmals von offizieller Seite bestätigt.
© (Quelle: Shutterstock / Tobias Arhelger)

Der chinesische E-Commerce-Riese JD.com führt laut Ceconomy fortgeschrittene Gespräche über eine mögliche Übernahme. Damit wird ein seit Monaten kursierendes Gerücht erstmals von offizieller Seite bestätigt. Die Muttergesellschaft von MediaMarkt und Saturn hat in einer Ad-hoc-Mitteilung vom 24. Juli 2025 Gespräche mit JD.com bestätigt. Demnach denkt der chinesische Online-Händler über ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für Ceconomy nach – zu einem Preis von 4,60 Euro pro Stammaktie in bar. Das entspräche einem Aufschlag von rund 23 Prozent gegenüber dem Schlusskurs am Vortag (3,75 Euro). Die Bewertung von Ceconomy würde damit laut Bloomberg bei rund 2,2 Milliarden Euro liegen.

Die Gespräche seien „fortgeschritten“, aber noch nicht in eine rechtlich bindende Vereinbarung gemündet, betonte Ceconomy. Es ist also unklar, ob es tatsächlich zu einem Angebot kommt. Entscheidend dürfte die Haltung der Großaktionäre sein: Die Familie Kellerhals hält 29,2 Prozent an dem Unternehmen und gilt als einflussreich. Ebenfalls maßgeblich beteiligt sind die Duisburger Familienholding Haniel (16,7 Prozent), die Meridian-Stiftung (gut elf Prozent), Beisheim sowie Freenet mit 6,7 Prozent. Der Streubesitz liegt bei rund 36 Prozent.

Bereits in der Vergangenheit hatte es mehrfach Spekulationen über ein Interesse von JD.com an Ceconomy gegeben. Im Februar 2025 berichtete Bloomberg über entsprechende Gespräche, nachdem bereits das Manager Magazin im November 2023 von einem möglichen Einstieg berichtet hatte. Die Ceconomy-Aktie hatte damals jeweils deutlich zugelegt. Auch jetzt reagierte der Markt: Nach Bekanntwerden der aktuellen Gespräche kletterte das Papier um mehr als zehn Prozent auf zeitweise 4,14 Euro. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie rund 60 Prozent im Plus.

JD.com ist mit einem Jahresumsatz von 159 Milliarden Dollar der zweitgrößte Online-Händler Chinas nach Alibaba. Das Unternehmen sucht angesichts einer schwachen Binnenkonjunktur zunehmend nach Expansionsmöglichkeiten im Ausland. 2023 hatte JD bereits Gespräche über eine Übernahme des britischen Elektronikhändlers Currys geführt, die allerdings ergebnislos blieben. Ceconomy wäre mit über 1.000 Filialen in Europa und einem bekannten Markennamen ein strategisch attraktives Ziel, insbesondere wegen der stationären Infrastruktur und der Logistik.

Marktbeobachter sehen Chancen und Risiken: Eine Übernahme durch JD.com könnte Ceconomy neue Impulse bei Digitalisierung und Lieferprozessen geben. Zugleich dürften sich deutsche und europäische Aufsichtsbehörden mit einer Kontrolle des Vorhabens beschäftigen, auch vor dem Hintergrund sicherheitspolitischer und wirtschaftlicher Interessen.

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