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OnBuy will europäischen E-Commerce aufmischen

Der britische Marktplatz OnBuy startet in zwölf europäischen Ländern, darunter Deutschland. Die Plattform setzt auf ein Modell ohne Eigenhandel und kündigt ehrgeizige Wachstumspläne an – in Konkurrenz zu Amazon und eBay.

Mit OnBuy startet ein neuer Marktplatz ohne Eigenhandel

© (Quelle: OnBuy)

Mit dem Eintritt in zwölf europäische Märkte will OnBuy seine Position als Herausforderer im Onlinehandel festigen. In Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, den Niederlanden, Belgien, Österreich und weiteren Ländern können Händler ihre Angebote seit September einstellen. Anders als bei großen Plattformen wie Amazon hält OnBuy keinen eigenen Warenbestand. Damit entfällt die direkte Konkurrenz zwischen Marktplatz und Verkäufern – ein Punkt, den Gründer und CEO Cas Paton hervorhebt: „Wir konkurrieren nicht mit unseren Verkäufern, wir fördern sie.“

Die Expansionsstrategie basiert auf ersten Tests: In einer europäischen Beta-Phase meldete das Unternehmen nach eigenen Angaben ein Umsatzwachstum von 308 Prozent und eine monatliche Wachstumsrate von mehr als 40 Prozent. Für die kommenden zwölf Monate kalkuliert OnBuy mit zusätzlichen 100 Millionen Pfund Bruttowarenwert (GMV) und mindestens fünf Millionen neuen Kunden. Innerhalb von drei Jahren soll die Marke von einer Milliarde Pfund GMV erreicht werden.

Cashback als Alleinstellungsmerkmal

Ein zentrales Element des Geschäftsmodells ist ein Cashback-Programm, das OnBuy als Alleinstellungsmerkmal positioniert. Kunden erhalten bei jedem Einkauf einen Betrag zurück, der sofort wieder einsetzbar oder auszahlbar ist. In Großbritannien habe dieses Modell zu Wiederkaufraten von über 50 Prozent geführt. Für Händler könnte dies eine Möglichkeit sein, Kundenbindung zu steigern, ohne selbst Rabatte finanzieren zu müssen.

Um den Markteintritt in Europa zu steuern, wurde Marie Dauphin als Head of Sales berufen. Sie soll lokale Teams aufbauen, strategische Partnerschaften in Logistik und E-Commerce etablieren und tausende neue Händler rekrutieren. Laut Unternehmen profitieren Händler neben dem Cashback-Ansatz von klaren Gebühren, transparenten Richtlinien sowie einem automatisierten Steuer-Tool, das grenzüberschreitenden Verkauf erleichtert.

Der Schritt in die EU ist zugleich eine Kampfansage an die etablierten Marktführer. Amazon und eBay dominieren bislang das Geschäft, stehen aber immer wieder wegen der Wettbewerbsbedingungen für Verkäufer in der Kritik. OnBuy setzt darauf, dass Händler nach Alternativen suchen. „Der europäische E-Commerce-Markt ist riesig, und die Nachfrage nach Veränderung ist klar erkennbar“, sagt Paton.

Ob OnBuy mit seiner Strategie dauerhaft Fuß fassen kann, bleibt abzuwarten. Die ambitionierten Ziele sind nur mit einer breiten Händlerbasis und hoher Kundenakzeptanz erreichbar. Fest steht: Mit der Expansion ist ein neuer Wettbewerber auf den europäischen Onlinehandel-Bühnen getreten.

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