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Lesedauer 3 Min.

Trump beendet Zollfreiheit für kleine Pakete

Ab Ende August müssen in die USA verschickte Pakete unterhalb der bisherigen Freigrenze von 800 Dollar verzollt werden. Besonders Onlinehändler aus China und Plattformen wie Shein oder Temu geraten damit unter Druck.

Die USA drehen an der Zollschraube: Mit einer Executive Order beendet Präsident Trump die Zollfreiheit für Pakete unter 800 Dollar.

© (Quelle: Shutterstock / Tomas Ragina)

Die Vereinigten Staaten beenden eine seit Jahrzehnten geltende Ausnahme im internationalen Warenverkehr. Ab dem 29. August 2025 verlieren Pakete mit einem Wert von bis zu 800 US‑Dollar ihre Zollfreiheit. Für Verbraucher und Onlinehändler bedeutet das höhere Kosten und aufwendigere Verfahren.

Die Maßnahme geht auf eine Executive Order von Präsident Donald Trump zurück. Begründet wird der Schritt mit dem Ziel, die nationale Sicherheit zu stärken und Wettbewerbsverzerrungen zu beseitigen. Die US‑Regierung sieht in der bisherigen Regelung ein Einfallstor für Schmuggel, insbesondere von Fentanyl und anderen synthetischen Drogen. Außerdem entgehen den Behörden seit Jahren erhebliche Einnahmen, weil ein Großteil der Importe über die Freigrenze ins Land kam.

Milliarden Sendungen betroffen

Allein im vergangenen Jahr erreichten mehr als eine Milliarde Pakete die USA unterhalb der Zollgrenze – überwiegend aus China und Hongkong. Vor allem Anbieter wie Shein, Temu oder auch Etsy‑Händler nutzten die Ausnahme, um Waren günstig und ohne zusätzliche Abgaben direkt an amerikanische Kunden zu liefern. Mit dem Wegfall der Freigrenze müssen sie ihre Geschäftsmodelle anpassen.

Zunächst ist eine sechsmonatige Übergangsphase vorgesehen: Pakete, die per Post verschickt werden, werden in dieser Zeit mit Pauschalzöllen zwischen 80 und 200 Dollar belegt. Danach greifen ausschließlich wertabhängige Abgaben. Für Verbraucher heißt das: Produkte, die bislang mit niedrigen Versandkosten und kurzer Lieferzeit lockten, könnten künftig deutlich teurer werden.

Folgen für Plattformen und Handel

Besonders betroffen ist der grenzüberschreitende Onlinehandel. Händler, die bislang stark auf günstige Direktimporte aus Asien setzten, sehen sich mit steigenden Kosten und komplexeren Zollformalitäten konfrontiert. Branchenexperten rechnen damit, dass kleinere Anbieter Marktanteile verlieren, während größere Player wie Amazon oder etablierte Einzelhändler von der neuen Situation profitieren könnten.

Von der neuen US‑Regelung ausgenommen sind lediglich Reisende, die persönliche Gegenstände im Wert von bis zu 200 Dollar mitbringen, sowie Geschenke bis zu 100 Dollar. Für alle übrigen Sendungen gilt die Zollpflicht.

Während die USA also mit harten Vorgaben vorangehen, setzt die Europäische Union auf eine deutlich mildere Lösung. Hier gilt weiterhin eine Zollfreigrenze von 150 Euro pro Paket. Geplant ist allerdings, diese bis spätestens März 2028 abzuschaffen und eine pauschale Gebühr von zwei Euro pro Sendung aus Nicht‑EU‑Ländern einzuführen. Einige Mitgliedsstaaten drängen auf eine Vorziehung der Reform ab 2026. Damit verteuern sich Kleinstbestellungen zwar geringfügig, im Vergleich zur US‑Regelung jedoch kaum: Ein Temu‑Artikel für drei Dollar würde in den USA kurzfristig mit 80 Dollar Zoll belastet, in der EU künftig lediglich um zwei Euro teurer.

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