Vodafone, Telefónica und Co. 25.04.2020, 11:11 Uhr

So laufen die Wiedereröffnungen der Shops bei den Anbietern

Die Netzbetreiber und Service-Provider haben Schritt für Schritt mit der Wiedereröffnung ihrer Shops begonnen, allerdings mit teilweise deutlichen Einschränkungen.
(Quelle: shutterstock: MisterStock. )
Auch wenn seit Kurzem Geschäfte unter 800 Quadratmetern wieder öffnen dürfen, so wird es trotzdem lange dauern, bis am Point of Sale wieder halbwegs Normalität einkehren kann. Wir haben bei den Netzbetreibern und Service-Providern nachgefragt, wie die Wiedereröffnungen ablaufen. 
Die Deutsche Telekom hat einen vergleichsweise langsamen Neustart hingelegt, derzeit sind 150 Shops wieder offen, man wolle die übrigen in den kommenden Wochen langsam wieder eröffnen, dabei aber mit Bedacht vorgehen, heißt es von den Bonnern. In den Shops wurden Plexiglasscheiben an den Kassen sowie Abstandshalter installiert, außerdem gibt es eine Zugangsregulierung durch Shop-Mitarbeiter. 
Telefónica dagegen hat einen Neustart mit Vollgas hingelegt, derzeit sind in 14 Bundesländern alle Filialen geöffnet, ab 27. April dann auch in Bayern und Thüringen. Die Öffnungszeiten sind dabei wie vor der Pandemie. Alle O2 Shops wurden laut Kai-Uwe Laag, CEO der Telefónica Germany Retail GmbH, mit umfangreichen Hygiene-Paketen ausgestattet. Dies umfasst unter anderem Plexiglasscheiben an den Theken sowie Schutzmasken für alle Mitarbeiter. Darüber hinaus stehen allen Kunden am Eingang und im Shop kostenfrei Spender mit Desinfektionsmittel zur Verfügung, für den nötigen Abstand sorgen Hinweisschilder und Markierungen auf dem Boden.  "Es ist entscheidend, dass wir – neben unseren allseits verfügbaren digitalen Online-Angeboten - unseren Kunden auch vor Ort eine persönliche Beratung bieten können", so Laag.
Vodafone startet etwas verhaltener und eröffnet schrittweise seine Filialen - und dann auch vorerst nur jeweils von 10 bis 15 Uhr. Alle Verkaufsräume sind mit Spuckschutz aus Plexiglas ausgerüstet, alle Beraterplätze haben zudem einen Sicherheitsabstand von mindestens zwei Metern zum Kunden und sind auf einen Mitarbeiter festgelegt. Das heißt, die Mitarbeiter dürfen am Tag nur an ihrem festgelegten Platz arbeiten. Zudem wurden Bodenaufkleber als Abstandshalter und Shop-Wegweiser für Kunden angebracht sowie Poster mit Zugangsregeln aufgestellt. Ein Gehwegreiter am Eingang informiert Kunden darüber, wie viele Kunden maximal den Shop gleichzeitig betreten dürfen. Es gibt Kugelschreiber für Kunden, die sie nach Unterschriftleistung behalten und mitnehmen sollen. Die Personaldecke wurde verringert, es sind 2 Mitarbeiter pro Filiale erlaubt, maximal 3 in den Flagshipstores sowie 1 Mitarbeiter im Back-Office. Außerdem gibt es derzeit keine Demo- oder Vorführgeräte.
Mobilcom-Debitel erklärte, dass auch bei den neu aufmachenden Shops die gleichen Hygienevorschriften wie in den rund 170 in den letzten Wochen geöffneten gelten. Mitarbeiter und Partner sind mit Mundschutzmasken ausgestattet. Darüber hinaus sind auch für die Kunden ausreichend Masken vorrätig. Zudem ist im Kassenbereich eine Plexiglasschutzwand zwischen Kunde und Shop-Mitarbeiter/Partner angebracht. Es wird aktuell immer nur ein Kunde in den Shop eingelassen. Die Kontaktregeln sind per Aushang für die Kunden sichtbar und werden zusätzlich im Schaufenster-TV gezeigt.
Bei Tele Columbus beziehungsweise PYUR haben auch einige Shops wieder offen. Derzeit sind 20 der bundesweit rund 50 Shops geöffnet, weitere werden in den nächsten Tagen hinzukommen. Überall sind Schutzscheiben an den Beratungstheken installiert worden, die Shops haben Schutzmasken und Desinfektionsmittel erhalten, kleinere Shops sollen immer nur von einem einzelnen Kunden betreten werden und die Kugelschreiber zum Ausfüllen der Auftragsformulare werden nur einmal benutzt und sind dann ein Geschenk an den Kunden.  
Seit dem 20. April sind so gut wie alle Fachgeschäfte von ElectronicPartner wieder geöffnet. Nun folgen zahlreiche Medimax Märkte, hier wurde kurzfristig die Verkaufsfläche verkleinert. Und sogar eine komplette Neueröffnung in Werder findet statt. „Die aktuelle Situation macht auf brutale Weise deutlich, welch wichtige Bedeutung der moderne, stationäre Fachhandel für den Konsumenten hat“, so Vorstand Friedrich Sobol. 
Auch Expert-Chef Stefan Müller freut sich, „dass eine Vielzahl unserer Standorte wieder öffnen durfte.“ Er kritisiert aber zugleich auch die Politik:  „Wir respektieren und akzeptieren die vorgegebenen Beschränkungen der Länder zur Wiedereröffnung bestimmter Ladengeschäfte, können diese aber nur schwer nachvollziehen.“ Der Geschäftsbetrieb an den bereits wiedereröffneten Expert-Standorten findet – wenn notwendig auf abgetrennten Teilflächen – „unter Einhaltung aller vorgeschriebenen und empfohlenen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen statt“, so Frank Harder, Vorstand für Vertrieb, Marketing und E-Commerce der Expert SE. 



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