Milliarden für den Staat: 5G-Mobilfunkauktion abgeschlossen

"Startschuss für 5G in Deutschland"

Der Chef der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, sprach nach dem Ende der Auktion von einem "Startschuss für 5G in Deutschland". "Ich freue mich, dass vier Unternehmen Frequenzen ersteigert haben und beim 5G-Netzausbau in Wettbewerb treten", erklärte der Behördenchef. "Die Frequenzen sollen nicht nur für den neuen Mobilfunkstandard 5G, sondern auch für eine bessere Mobilfunkabdeckung in Deutschland eingesetzt werden." Die Versteigerung erfolgte an dem Mainzer Technikstandort der Bonner Regulierungsbehörde.
"Die Deutsche Telekom hat das Spektrum erhalten, das sie wollte", sagte ein Konzernsprecher. Ganz zufrieden war er dennoch nicht: Die Versteigerung hinterlasse einen "bitteren Nachgeschmack". Das Ergebnis sei ein Dämpfer für den Netzausbau, da das Spektrum viel teurer sei als in anderen Ländern. "Das Geld für die Auktion fehlt den Netzbetreibern in Deutschland", monierte er.
Vodafone-Deutschlandchef Hannes Ametsreiter äußerte ebenfalls Kritik. Die hohen Kosten für die Firmen seien ein "Desaster für Deutschland", schließlich sollte man das Geld lieber in den Netzausbau stecken. Der Manager schätzt, dass die Mobilfunkanbieter mit den Milliarden, die nun an den Bund gehen, mehr als 50 000 komplett neue Mobilfunkstationen hätten bauen können. "Damit hätte man Digital-Deutschland einen deutlichen Schub verleihen können." Er schlägt deshalb ein "Reinvestitionsprogramm" vor, in dem die Lizenz-Erlöse direkt in den Mobilfunk-Ausbau - und nicht den bisher vorgesehenen Festnetz-Breitbandausbau - zurückfließen sollen.
Obgleich sein Unternehmen schwächer abschnitt als die Telekom und Vodafone äußerte sich Telefónica-Deutschlandchef Markus Haas positiv: Man habe "ein werthaltiges Frequenzpaket erworben, das unser bestehendes Spektrum ideal ergänzt".




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