Mobilfunkgipfel 16.06.2020, 11:20 Uhr

Bundesregierung will Netzausbau mit über einer Milliarde Euro fördern

Vor zwei Jahren hatte Bundesverkehrsminister Scheuer beim ersten Mobilfunkgipfel versprochen, die Löcher im deutschen Mobilfunknetz zügig schließen zu wollen. Doch noch immer klaffen große Lücken. Jetzt sollen weitere Milliardeninvestitionen folgen.
(Quelle: PopTika / shutterstock.com)
Die Bundesregierung will Mobilfunk-Löcher in Deutschland schließen und dafür mehr als eine Milliarde Euro ausgeben. "Ich freue mich, dass wir jetzt auch staatlich massiv fördern", sagte Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) nach einem Mobilfunkgipfel mit Bund, Ländern, Kommunen und Netzbetreibern in Berlin. Um vor allem in ländlichen Gebieten für guten Handyempfang zu sorgen, fördert der Bund mit 1,1 Milliarden Euro künftig auch den Bau von Funkmasten.
Bis zu 5.000 Mobilfunkstandorte sollen über eine neue staatliche Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft mit mindestens 4G-Empfang versorgt werden. Zudem sollen die Genehmigungszeiten für neue Masten von derzeit im Schnitt 18 auf 3 Monate gesenkt werden.
Obwohl mittlerweile der Großteil aller Haushalte in Deutschland mit schnellem mobilen 4G-Internet (LTE) versorgt ist, gibt es noch immer etliche weiße Flecken in Deutschland. Wer viel unterwegs surft und telefoniert, kennt das Problem: Kommt man in ländlichere Gegenden oder sitzt im Zug, gehören Aussetzer dazu. Dort will man jetzt auf "Funklochjagd" gehen, wie es Scheuers Ministerium formuliert.
Zwar gilt die Corona-Krise, in der Millionen Menschen zuhause arbeiteten, Filme, Konzerte und private Treffen streamten, als bestandener Herkulestest für die deutschen Netze. Allerdings war hier in vielen Fällen vor allem das Festnetz-Internet gefragt.
Dass in Digital-Deutschland noch viel Luft nach oben ist, zeigte sich in der Nacht zum Dienstag nicht nur an massiven Störungen im Netz der Telekom, sondern sehr anschaulich auch bei der Pressekonferenz nach dem Mobilfunkgipfel, die im Online-Stream bei Journalisten im Homeoffice immer wieder abbrach. Sehr passend wirkte es da, dass Bundesministerin Julia Klöckner (CDU) großen Nachholbedarf bei der Digitalisierung feststellte und erklärte, es gehe neben Zukunftsprojekten wie smarter Landwirtschaft eben auch darum, "von zuhause aus mal ruckelfrei einen Film gucken zu können".



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