Studie 18.09.2019, 14:04 Uhr

Der Trend zum digitalen Musikkonsum ist ungebrochen

Der Trend zum digitalen Musikkonsum ist auch in Deutschland ungebrochen. Eine Langzeitstudie hat nun die Einzelheiten dieser Entwicklung untersucht.
(Quelle: shutterstock.com/Edyta Pawlowska)
Musikhörer in Deutschland steigen zwar zunehmend von CDs auf Streaming um - sie scheuen aber nicht davor zurück, insgesamt mehr Geld auszugeben. Das ergibt sich aus einer repräsentativen Langzeitstudie der Universität Hamburg mit 2514 Menschen zwischen 16 und 70 Jahren, deren Ergebnisse einer dritten Befragungswelle (Juli 2019) vorgestellt wurden.
Demnach sind die Befragten bereit, mehr Geld für Compact-Discs oder Vinyl-Platten zu investieren: Im Schnitt 14,40 Euro würden Musikfans für ein sogenanntes physisches Album hinblättern - das sind vier Prozent mehr als bei der Befragung vor einem Jahr.
Für ein Digitalalbum, also Download oder Stream, wären die Kunden bereit, durchschnittlich 8,40 Euro auszugeben (plus zwölf Prozent). Möglichst billig oder gar umsonst - das ist also für viele Musikhörer kein entscheidendes Kriterium.
Eine gute Nachricht hält die Hamburger Studie auch für Konzertveranstalter bereit: Es gibt eine weiterhin große Wertschätzung für "echte Musik2. So können für 86 Prozent der Befragten Videos den Besuch von Live-Events nicht ersetzen. Im Durchschnitt fast 50 Euro würden die Konsumenten in Deutschland für das Konzert eines interessanten Künstlers ausgeben - neun Prozent mehr als noch bei der Befragung vor einem Jahr.
Die Zahlungsbereitschaft für Konzerte in (womöglich bequemeren) Hallen nimmt dabei leicht zu, für den Besuch von Festivals oder kleinen Clubs würden die Befragten dagegen tendenziell weniger investieren. Besonders interessant für die Musikwirtschaft, die die Langzeitstudie in Auftrag gab: Bei Menschen mit musikalischer Vorbildung besteht in allen Bereichen eine überdurchschnittliche Zahlungsbereitschaft, zugleich konsumieren sie weniger Mainstream und suchen häufiger aktiv nach neuen Sounds.



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