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Lesedauer 3 Min.

Nach Ceconomy-Deal: JD.com zeigt Flagge auf der IFA

Mit einer Keynote auf der IFA zeigt sichJD.comerstmals einem europäischen Publikum. Der Auftritt von CEO Jack Shuai Li fällt in eine Phase, in der der chinesische Konzern mit dem geplanten Einstieg bei Ceconomy für große Aufmerksamkeit sorgt.

JD.com-Zentrale in Peking

© (Quelle:JD.com)

Mit der Übernahme von Ceconomy, Muttergesellschaft von MediaMarkt und Saturn, hat JD.com Ende Juli für den größten Paukenschlag im europäischen Elektronikhandel seit Jahren gesorgt. Nur wenige Wochen später tritt der chinesische Onlinehändler nun erstmals öffentlich auf einer europäischen Bühne auf und wählt dafür die IFA in Berlin.

JD-Manager Jack Shuai Li, CEO JD Worldwide und Senior Vice President der JD Group, hält am Freitag eine Keynote auf der Innovation Stage. Schon tags zuvor diskutieren die für Deutschland und Großbritannien verantwortlichen Manager Jason Zeng (Joybuy Germany) und Matthew Nobbs (Joybuy UK) auf dem neuen Retail Leaders Summit. Für JD ist der Doppelauftritt mehr als ein symbolisches Zeichen: Er zeigt, dass das Unternehmen nach dem Deal mit Ceconomy keine Zeit verliert, um sich in Europa zu positionieren.

Die Keynote wird deshalb aufmerksam beobachtet – nicht nur von der Industrie, sondern auch von Wettbewerbern wie Amazon oder Fnac Darty. Branchenkenner erwarten erste Hinweise, wie JD.com die Rolle von MediaMarkt und Saturn künftig interpretiert: als klassische Filialkette, als Omnichannel-Drehscheibe oder als Sprungbrett für chinesische Marken im europäischen Markt.

Im Zentrum stehen dürfte auch die Frage, wie JD seine bekannten Stärken in Logistik und Technologie nach Europa überträgt. In China betreibt der Konzern eines der effizientesten Liefernetzwerke der Branche, mit stark automatisierten Lagern und eigenen Zustelldiensten. Für deutsche Kunden könnte das mittelfristig schnellere Lieferzeiten und zusätzliche Services bedeuten, für die Konkurrenz aber eine Verschärfung des Wettbewerbs.

Mit Joybuy Germany hat JD zudem bereits eine eigene Organisation für den Markteintritt geschaffen. Sie soll eng mit MediaMarktSaturn verzahnt arbeiten und zugleich die Brücke zum globalen E-Commerce-Geschäft schlagen. Welche Rolle die Marke „Joybuy“ langfristig spielen wird, ist offen. Klar ist jedoch: Der Schritt auf die IFA ist der erste Baustein, um die Expansion in Europa sichtbar zu machen.

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