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Lesedauer 3 Min.

VATM warnt vor Folgen der Glasfaser-Allianz in München

Der Verband der Telekommunikationswettbewerber kritisiert die Kooperation von Telekom, Stadtwerken München und M-net scharf. Er sieht darin ein „fatales Signal“ und warnt vor einer Verdrängung alternativer Anbieter.

Blick auf den Münchner Marienplatz: In der Landeshauptstadt wollen Telekom, Stadtwerke und M-net künftig gemeinsam Glasfaser ausbauen

© (Quelle: Stadt München)

Die Anfang der Woche vorgestellte Zusammenarbeit von Telekom, Stadtwerken München und M-net zum Glasfaserausbau stößt beim Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) auf deutliche Ablehnung. Geschäftsführer Frederic Ufer spricht von einem „fatalen Signal“ für den Markt. Seiner Einschätzung nach sei die Vereinbarung nur zustande gekommen, weil die Telekom zuvor den Überbau des bestehenden M-net-Netzes angekündigt und bereits begonnen habe. Zudem habe der Konzern den Zugang zu den Glasfaserleitungen von M-net auf Bitstrom-Basis verweigert. Damit sei der Druck auf die Stadtwerke so groß geworden, dass sie am Ende einer direkten Kooperation mit der Telekom zugestimmt hätten.

Sorge vor neuer Marktdominanz

Frederic Ufer, Geschäftsführer des Verbands der Telekommunikationswettbewerber (VATM)

© Quelle: VATM

Der Verband warnt, dass mit dem Modell in München die Vielfalt im Glasfasermarkt auf dem Spiel steht. Ufer betont, dass die Telekom ihre Strategie nutze, um Wettbewerber aus dem Markt zu drängen und ihre marktbeherrschende Stellung im Festnetz erneut auszubauen. „In München sehen wir gerade, wie die Strategie eines marktmächtigen Unternehmens verfängt“, erklärt der VATM-Geschäftsführer. Nach seiner Einschätzung könnte sich das Vorgehen auch auf andere Regionen übertragen – mit der Gefahr, dass alternative Anbieter massiv an Boden verlieren.

Die Bundesnetzagentur und die Politik seien jetzt gefordert, regulatorisch gegenzusteuern. Andernfalls drohe die Entstehung eines Monopols, ähnlich wie es im Kupfernetz jahrzehntelang der Fall war.

Studien sollen Kritik untermauern

Zur Begründung verweist der Verband auf zwei aktuelle Untersuchungen. Eine Analyse von SBR-net Consulting kommt zu dem Ergebnis, dass die Telekom zunehmend auf exklusive Pachtmodelle setze, bei denen sie ganze Glasfasernetze regionaler Anbieter langfristig übernehme. Der Zugang für Wettbewerber bleibe dabei eingeschränkt, während im eigenen Netz weiterhin keine passiven Zugänge bereitgestellt würden.

Eine zweite Studie von Dialog Consult und VATM kommt zu dem Schluss, dass die Telekom Ende 2024 über 95 Prozent der Festnetzanschlüsse in Deutschland kontrolliere – eine Zahl, die allerdings auf einer wettbewerbernahen Auswertung der Vorleistungsmärkte basiert. In einem funktionierenden Wettbewerb, so der Verband, müssten vier Anbieter jeweils auf etwa ein Viertel Marktanteil kommen. Selbst bei optimistischen Prognosen würden Wettbewerber erst nach 2030 die 25-Prozent-Marke erreichen.

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