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Lesedauer 3 Min.

Galaxus verliert in Europa an Tempo

Galaxus meldet für 2025 ein Umsatzplus von 17 Prozent. Doch der Blick auf die europäischen Zahlen zeigt: Außerhalb der Schweiz wächst der Onlinehändler deutlich langsamer – und bremst seine Expansion bewusst.

Blick in ein Galaxus-Logistikzentrum: Der Schweizer Onlinehändler wächst weiter stark, vor allem im Heimatmarkt

© (Quelle: Galaxus)

Auf den ersten Blick sieht das Jahr 2025 für Galaxus nach einem weiteren Erfolg aus. Der Plattformumsatz der beiden Shops Galaxus und Digitec stieg um 17 Prozent auf 3,8 Milliarden Franken, der zweithöchste Zuwachs der Unternehmensgeschichte. Fünf Millionen Menschen kauften im vergangenen Jahr mindestens einmal bei dem Schweizer Onlinehändler ein. Doch hinter diesen Zahlen verbirgt sich eine Entwicklung mit zwei klar unterschiedlichen Geschwindigkeiten.

Während das Geschäft im Heimatmarkt Schweiz weiter stark wächst, verliert die Expansion in den EU-Ländern an Dynamik. In Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, den Niederlanden und Belgien zusammen erzielte Galaxus 2025 einen Plattformumsatz von 418 Millionen Euro. Das entspricht einem Plus von 15 Prozent – solide, aber deutlich weniger als im Vorjahr, als Galaxus in der EU noch um 27 Prozent gewachsen war.

Gemessen am Gesamtumsatz bleibt das Auslandsgeschäft damit vergleichsweise klein. Auf die EU-Märkte entfällt nur rund ein Zehntel des Plattformvolumens. Galaxus ist damit 2025 weiterhin vor allem ein Schweizer Händler mit internationalem Anhang und nicht der europäische Online-Champion, als den das Unternehmen sich langfristig positionieren möchte.

Wachstum kostet – und wird gebremst

Der Rückgang der Wachstumsrate ist kein Zufall. Galaxus-CEO Florian Teuteberg räumt ein, dass das Unternehmen 2025 das „Pendel etwas in Richtung Profitabilität“ bewegt und weniger in Marketing investiert habe. Hinter dieser Formulierung steckt ein grundlegendes Dilemma der Expansion: Wachstum in Märkten wie Deutschland ist teuer. Hohe Marketingkosten, intensiver Preiswettbewerb mit Amazon, MediaMarkt und Co. sowie aufwendige Logistik und Retouren drücken auf die Marge.

Während Galaxus in der Schweiz von hoher Markenbekanntheit, dichter Logistikinfrastruktur und einer starken redaktionellen Plattform profitiert, muss das Unternehmen in Deutschland jeden zusätzlichen Kunden teuer einkaufen. Die Folge: Wenn der Eigentümer Migros stärkere Kostendisziplin einfordert, wird zuerst beim Auslandswachstum gebremst.

Im deutschen Markt reicht das verbleibende Wachstum zwar noch, um Galaxus zu den Gewinnern eines insgesamt schwachen Versandhandelsjahres zu zählen. Gleichzeitig rückt das langfristige Ziel, in die Top 5 der umsatzstärksten Onlineshops vorzustoßen, in weitere Ferne. Galaxus liegt aktuell etwa auf Rang 30 und bewegt sich damit nur langsam nach oben.

Die Zahlen zeigen damit eine klare Verschiebung: Galaxus entwickelt sich zunehmend von einem aggressiv expandierenden Angreifer zu einem Händler, der Marktanteile sichern und gleichzeitig wirtschaftlich bleiben muss. Das starke Wachstum im Heimatmarkt kaschiert, dass die europäische Expansion an Reibung gewinnt.

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