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Jeder zweite Händler wirbt auf Social Media

Immer mehr Händler setzen auf Instagram, Facebook & Co. Doch der Online-Vertrieb über Social Media steckt immer noch in den Anfängen.
© (Quelle: Shutterstock / Look Studio)

Social Media wird für den deutschen Handel zunehmend zu einem unverzichtbaren Marketingkanal. Laut einer aktuellen Studie des Digitalverbands Bitkom betreiben derzeit 59 Prozent der Handelsunternehmen ein eigenes Profil in sozialen Netzwerken, um ihr Angebot zu bewerben. Knapp ein Drittel (31 %) schaltet zusätzlich bezahlte Anzeigen. Über ein Viertel (27 %) bietet bereits die Möglichkeit, direkt über Plattformen wie Instagram oder Facebook zu bestellen. Vor allem Facebook (65 %) und Instagram (53 %) dominieren, aber auch berufliche Netzwerke wie LinkedIn (42 %) und Xing (40 %) sowie TikTok (30 %) spielen eine Rolle.

Rund ein Fünftel der Händler sieht in der Zusammenarbeit mit Influencern Potenzial – tatsächlich kooperiert aktuell nur jeder achte (13 %) mit ihnen. Trotz zunehmender Aktivität im Netz dominiert beim Vertrieb nach wie vor der eigene Webshop (97 %), gefolgt von E-Mail-Bestellungen (89 %) und Online-Marktplätzen (78 %). Soziale Netzwerke sind für viele dennoch ein strategisch wichtiger Zugang zu Kundengruppen, die über klassische Vertriebskanäle schwer erreichbar sind. Knapp die Hälfte (48 %) teilt diese Einschätzung, ein Drittel geht davon aus, dass 2030 vor allem über Social Media eingekauft wird.

Während sich viele Händler offen gegenüber neuen Werbeformen zeigen, kommt die Digitalisierung insgesamt nur schleppend voran. Nur zwei Prozent der Unternehmen sehen sich als digitale Spitzenreiter, zwei Drittel stufen sich selbst als Nachzügler ein. Als größte Hindernisse gelten der hohe Aufwand für Datenschutz und IT-Sicherheit (89 %) sowie der Verlust persönlichen Kundenkontakts (68 %). Die Mehrheit (87 %) sieht in der Digitalisierung dennoch eine Chance.

Künstliche Intelligenz: großes Potenzial, geringer Einsatz

Die Bitkom-Studie zeigt auch, dass KI im Handel bislang nur punktuell eingesetzt wird. Am häufigsten findet sie Anwendung im Kundenservice (25 %) oder bei der automatisierten Texterstellung (22 %). Bereiche wie Preisoptimierung, Betrugserkennung oder Personalmanagement spielen bislang kaum eine Rolle. Viele Unternehmen beklagen fehlende Fachkräfte (66 %) oder fürchten negative Folgen wie Fake-Bewertungen oder den Verlust des direkten Kundenkontakts. Gleichzeitig erkennt eine Mehrheit das Potenzial von KI – 61 Prozent glauben, dass ihr Einsatz künftig entscheidende Wettbewerbsvorteile bringt.
Ein weiterer Befund: Der Wettbewerbsdruck wächst – laut Studie vor allem durch Billig-Plattformen aus dem Ausland. Zwei Drittel der Händler sehen sich durch die steigende Zahl an Online-Shops unter Druck (65 %), 84 Prozent werfen insbesondere chinesischen Plattformen unlauteren Wettbewerb vor.
Trotz Digitalisierung und Social Commerce bleibt der stationäre Handel ein zentraler Pfeiler: Nur jeweils sechs Prozent der Händler verkaufen ausschließlich online oder ausschließlich vor Ort. Die große Mehrheit (86 %) setzt auf hybride Modelle. Zwar sehen 32 Prozent eine rein digitale Zukunft für ihr Unternehmen, doch nur jedes zehnte Unternehmen glaubt, dass der stationäre Handel grundsätzlich keine Zukunft mehr hat.

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