Quartalszahlen 27.01.2020, 10:50 Uhr

Netzwerkausrüster Ericsson wächst im Schlussquartal

Dank eines starken Schlussquartals kann der Netzwerkausrüster Ericsson für das abgelaufene Geschäftsjahr eine solide Bilanz ausweisen. Konzernchef Börje Ekholm zeigte sich zufrieden, die Aktie ging dennoch auf Talfahrt.
(Quelle: Jari J/Shutterstock)
Der schwedische Netzwerkausrüster Ericsson hat schwächere Geschäfte in Nordamerika im vierten Quartal durch Wachstum in anderen Märkten wettmachen können. Weil es vor allem im Nahen Osten und Nordostasien gut lief, stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4 Prozent auf 66,4 Milliarden Kronen (rund 6,3 Milliarden Euro), wie der Konzern in Stockholm bei der Vorlage der Jahresbilanz mitteilte. Auf vergleichbarer Basis und um Währungseffekte bereinigt stiegen die Erlöse allerdings nur um ein Prozent.
Bei der von Analysten und Investoren viel beachteten Bruttomarge - also das, was vom Verkaufspreis nach Abzug der Herstellungskosten übrig bleibt - konnte der Nokia-Rivale im letzten Jahresviertel ebenfalls zulegen. Bereinigt um Restrukturierungskosten stieg sie um 5,1 Prozentpunkte auf 37,1 Prozent. Damit lagen die Schweden bei beiden Werten im Rahmen der Erwartungen der Analysten. Unter dem Strich stand ein Überschuss von 4,5 Milliarden Kronen für Ericsson zu Buche, nach einem Verlust von 6,5 Milliarden Kronen im Vorjahr.
Am Kapitalmarkt kamen die Nachrichten dennoch schlecht an. Kurz nach Handelsbeginn sackte die Ericsson-Aktie um rund 9 Prozent ab und lag zuletzt noch rund 7 Prozent im Minus. Damit waren die Titel der mit Abstand größte Verlierer im europäischen Branchenindex Stoxx Europe 600 für Technologiewerte. Im Zeitraum seit Jahresbeginn liegt die Aktie nun neben dem Chipindustrie-Ausrüster Dialog Semiconductor am Index-Ende. Auf längere Sicht sieht es ebenfalls nicht besonders gut aus: In den zurückliegenden 5 Jahren steht für die Anteilsscheine der Schweden ein Minus von rund einem Zehntel zu Buche. Derzeit kommt der Konzern auf eine Marktkapitalisierung von rund 262 Milliarden Kronen.
Analyst Sandeep Deshpande von der US-Bank JPMorgan bemängelte, dass unerwartet hohe Investitionen dazu geführt hätten, dass die Markterwartungen für das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) verfehlt worden seien. Positiv hob er die positive Entwicklung des Digitalgeschäfts hervor, das einen kleinen Gewinn geschrieben hatte. 2020 bleibe ein Wachstumsjahr für Ericsson, hielt Deshpande fest. Der Konzern sollte im Jahresverlauf stärker wachsen als die Kosten steigen, dies wiederum sollte zu einer Marge von 10 Prozent oder mehr führen.



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