Bluetooth-Speaker 06.05.2016, 11:30 Uhr

Test Grundig GSB 600 NFC: Einen zweiten Blick wert

Grundig hat mit dem GSB 600 NFC einen portablen Bluetooth-Speaker im Programm, der in erster Linie im Heimeinsatz und mit dem HiFi-Codec apt-X punkten soll. Wir haben den Lautsprecher getestet.
Bluetooth-Lautspecher gibt es mittlerweile in großer Auswahl, sich hier als Hersteller von der Masse so abzuheben, dass man von den Kunden wahrgenommen wird, ist umso schwieriger. Die Traditionsmarke Grundig versucht es beim GSB 600 NFC mit einer noblen Optik und verspricht HiFi-Sound bei geringer Baugröße. Wir haben den Bluetooth-Speaker einem Haptik- und Hörtest unterzogen.
Bereits beim Auspacken fällt das recht hohe Gewicht von 1.150 Gramm auf, und man hofft, dass dieses nicht auf das Gehäuse sondern die Treiber zurückzuführen ist. Tatsächlich hat der Hersteller bei der Hülle einen relativ leichten Mix aus Kunststoff und Metall gewählt, allerdings nicht unbedingt zum Vorteil des Geräts. Denn das Plastik in Klavierlackoptik ist sehr anfällig für Fingerabdrücke und wirkt zudem weder optisch noch haptisch sonderlich hochwertig.
Dieser Eindruck setzt sich leider auch bei den fünf Tasten an der Oberseite fort, die zur Steuerung von Songs und Lautstärke dienen. Hier sind die Funktionen lediglich in Silber aufgedruckt, die Farbe löste sich schon während unseres 4-wöchigen Testzeitraums leicht ab. Das sollte bei einem Preis von immerhin 199 Euro nicht passieren.
Doch in erster Linie kauft man einen Lautsprecher ja nicht zum Ansehen sondern zum Anhören, und hier hat uns der Grundig GSB 600 NFC nicht enttäuscht. Die Koppelung mit dem Smartphone klappte sowohl über das Bluetooth-Menü als auch per NFC anstandslos, zwei Geräte können gleichzeitig gekoppelt werden. Während manche Speaker bei bestehender Verbindung im Pausemodus ein unschönes Knistern von sich geben, haben die Entwickler bei Grundig hier ganze Arbeit geleistet – der GSB 600 NFC ist nur dann zu hören, wenn er soll.

Soundcheck mit dem Grundig GSB 600 NFC

Als erstes Lied spielten wir Placebo’s Klassiker Bionic vom gleichnamigen Album ab. Hier gefiel uns besonders der zurückhaltende Bass, die beiden Passivmembranen überdröhnten zu keinem Zeitpunkt die Leadgitarre oder das Schlagzeug, auch die Stimme von Brian Molko wurde sehr gut wiedergegeben. Schön zu hören war auch der Unterschied, wenn wir ein und dasselbe Lied einmal mit einem apt-X-fähigen Smartphone zuspielten und einmal über eines, das nur das schwache SBC beherrscht.
Naturgemäß ist die Abbildung des Stereoeffekts bei einem so kleinen Lautsprecher wie dem Grundig begrenzt, dennoch kann man bei richtiger Positionierung im Raum klar die beiden Kanäle unterscheiden. Gut zu hören war das unter anderem bei den ersten 20 Sekunden von  “White flag“, dem Opener des Albums „Life for rent“ der Sängerin Dido. Auch im weiteren Verlauf des Songs konnte der Grundig seine Stärken ausspielen, trotz der sehr hohen Anzahl an Tonspuren bei Stimmen und Instrumenten hatte man zu keinem Zeitpunkt den Eindruck eines "Klangmatsches" wie er oft bei billigen Lautsprechern zu hören ist.
Quasi eine 180-Grad-Wende muss man dann zum nächsten Test-Song vollziehen, sowohl was die Musikrichtung angeht als auch die Produktion. „White Limo“ vom 2011er Album „Wasting lights“ der Band Foo Fighters wurde komplett analog aufgenommen und abgemischt und stellt mit den mehr geschrienen denn gesungenen Lyrics  von Dave Grohl und den stark verzerrten Gitarren eine echte Herausforderung dar. Ganz zufrieden waren wir mit dem Ergebnis des Grundig bei diesem Song und anderen ähnlichen am Ende nicht, hier fehlte ein wenig der Druck und letztlich auch die Lautstärke. Denn trotz zweimal 12,5 Watt Leistung ging dem Speaker ein wenig die Puste aus.
Am Ende hat der Grundig GSB 600 NFC einen zwiegespaltenen Eindruck hinterlassen. Die Verarbeitung ist gerade in Anbetracht des Preises noch verbesserungswürdig und stand im Kontrast zur sehr guten Performance beim Soundcheck. Sehr schön: Als erster portabler Lautsprecher überhaupt im Test erreichte der Grundig die angegebene Spielzeit (16 Stunden).




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