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IFA 2025: Publikum stark, TK-Präsenz schwach

Mit 1.900 Ausstellern und rund 220.000 Besuchern meldet die IFA eine erfolgreiche Bilanz. KI, Nachhaltigkeit und neue Formate prägen die Messe – doch das Fernbleiben der Netzbetreiber bleibt ein auffälliges Signal.

Rund 220.000 Besucher zählte die IFA 2025

© (Quelle: IFA)

Nach fünf Tagen schließt die IFA 2025 ihre Tore mit einer positiven Bilanz. 1.900 Aussteller aus 49 Ländern präsentierten ihre Produkte und Ideen, etwa 220.000 Besucherinnen und Besucher strömten in die Hallen. Damit behauptet die Messe ihre Position als internationale Plattform für Home- und Consumer-Technologien. Die Veranstalter sprechen von ausgebuchten Flächen, zusätzlicher internationaler Strahlkraft und einer spürbar erweiterten Medienresonanz.

Inhaltlich dominierte die Künstliche Intelligenz. Anders als frühere Branchentrends war KI nicht auf eine einzelne Halle begrenzt, sondern zog sich durch alle Bereiche: smarte Haushaltsgeräte, Smartphones, Fernseher und auch Robotik. Die Botschaft war klar – KI ist Alltag, nicht mehr Nische. Parallel setzte die Messe auf Nachhaltigkeit. Konzepte für Kreislaufwirtschaft, energieeffiziente Geräte und Reparierbarkeit waren in vielen Hallen präsent und gaben der IFA ein gesellschaftliches Leitmotiv, das über reine Produktschauen hinausgeht.

Neue Formate wie die IFA Innovation Awards oder der erstmals durchgeführte Retail Leaders Summit zielten darauf, das Profil der Messe zu erweitern. Während die Awards die Innovationskraft einzelner Produkte hervorhoben, sollte der Summit Entscheider aus Handel und Industrie zusammenbringen. Hinzu kamen spezielle Themenbereiche wie Beauty Hub, Gaming-Zonen und Mobility Track, die jüngere Zielgruppen ansprechen und den Erlebnischarakter verstärken.

Mehr Content, mehr Reichweite

Neben den klassischen Ausstellungsflächen spielte das begleitende Programm eine größere Rolle als in den Vorjahren. So lockten etwa neue Keynote-Slots am Freitagnachmittag zusätzliches Publikum. Besonders stark wuchs das Creator Hub, das über 1.200 Influencer und Content-Produzenten nach Berlin zog. Für die Messe ist das ein doppelter Gewinn: Reichweite in sozialen Netzwerken und Nähe zu jüngeren Zielgruppen.

© Quelle: IFA

Trotz aller Dynamik bleibt eine Leerstelle: Die großen Netzbetreiber waren erneut nicht vertreten. Weder Telekom noch Vodafone, Telefónica oder 1&1 nutzten die IFA zur Präsentation. Für den TK-Fachhandel ist das ein Verlust an Sichtbarkeit und direktem Austausch, auch wenn Gespräche mit Partnern abseits der Messe stattfinden. Die Abwesenheit wirft die Frage auf, ob die IFA für diesen Teil der Wertschöpfungskette noch die richtige Plattform ist oder ob sich die Netzbetreiber längst auf eigene Formate fokussieren.

Immerhin waren einige Hersteller vertreten: Samsung etwa nutzte die IFA für ein „Unpacked Event“ und zeigte das Galaxy S25 FE sowie neue Tablets der Reihe Tab S11. Auch chinesische Anbieter wie etwa ZTE setzten mit dem Nubia Air auf Produktpräsentationen. Damit bleibt die IFA Schaufenster für Gerätehersteller und Konsumelektronik, während Netz- und Tarifthemen weitgehend ausgeklammert bleiben.

Einordnung und Ausblick

Die IFA 2025 demonstriert, dass die Messe mehr ist als eine Aneinanderreihung von Produkten. Mit klaren Leitmotiven, neuen Formaten und einer breiteren inhaltlichen Aufstellung will sie zum Treffpunkt von Industrie, Handel, Medien und Publikum werden. Gleichzeitig zeigt sich, dass nicht alle Branchensegmente gleichermaßen eingebunden sind. Für die TK-Branche liefert die Messe wichtige Impulse – etwa bei KI, Smart Home und Infrastruktur –, ersetzt aber nicht die speziellen Plattformen, auf denen Netz- und Tarifgeschäft entschieden wird.

Langfristig ist die Perspektive gesichert: Der Vertrag mit der Messe Berlin wurde bis 2034 verlängert. Für Aussteller und Besucher bedeutet das Planungssicherheit, und für Berlin bleibt die IFA ein Aushängeschild im internationalen Messekalender.

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